St. Vincent

1. März

Um 14,30 lassen wir den Anker in der Indian Bay fallen, gleich daneben ankert auch die Scorpio.

2. März

Um 6 Uhr in der Früh ist schon hektisches Treiben am Strand. Viele Einheimische schwimmen zu der kleinen Insel wo sich ein weisse Kreuz befindet und wieder zurück zum Strand. Nach einer Stunde ist der Strand leer und wir haben die Bucht wieder für uns. Nach dem Frühstück ist auch unser letzter Wassertank leer, müssen in die Marina Blue Lagoon zum Wasser füllen. Schwimme mit Haso nochmal raus zum Strand, zurück am Boot starten wir die Maschine und lichten den Anker.

Fahren um den Felsen Fort Duvernette und müssen jetzt genau Kurs halten. Die Einfahrt zur Marina ist mit Riffs gespickt. müssen genau in der Mitte der roten und grünen Stange durch, haben noch 20 cm unterm Kiel laut Tiefenanzeiger. Für einen Nacht nehmen wir eine Boje, sollen 30 Us Dollar bezahlen, Norbert handelt den Preis auf 35 ES Dollar runter (€ 12,-). Unsere Wassertanks füllen wir morgen auf, haben für heute noch einen Kanister mit Wasser.

 

St. Vincent wurde am 22. Jänner (am St. Vincenttag) 1498 von Christoph Kolumbus auf seine 3. Reise entdeckt. Sie ist 29 km lang und 17 km breit, ist vulkanischen Ursprung und ist teilweisse mit sehr dichten Regenwald bewachsen. Im N liegt der noch aktive 1 234 m Hohe Vulkan Soufriere. Hier kam es 1902 am 7. Mai zum Ausbruch und forderte 2 000 Menschenleben, sowie ein Drittel der Insel wurde verwüstet. Nur 24 Stunden später kam es in St. Pierre auf Martinique zum Vulkanausbruch, der 30 000 Menschenleben forderte.  Beim letzter Ausbruch 1979, mussten 20 000 Menschen evakuiert werden. Durch das Lavagestein ist der Sand an den Stränden schwarz.

Hauptstadt ist Kingstown mit 34 000 Einwohner.Hauptwirtschaftszweig ist die Landwirtschaft, Bananen, Kokosnuss und Pfeilwurz (dient zur Herstellung von PC Papier). In den letzten 20 Jahren nahm der Tourismus immmer mehr zu, vorallem im Süden der Insel. Im Norden leben die Menschen großteils von der Landwirtschaft und an der Küste vom Fischfang. 

St. Vincent ist auch die Hauptinsel der Grenadinen, sie wird auch Smaragdinsel genannt. Bei den Ureinwohner hieß die Insel Youroumei, was übersetzt heißt Die Schönheit der Regenbögen in den Tälern.

Die Flagge von St. Vincent und den Grenadinen

Sie ist blau, gelb, grün gestreift zeigt auf dem gelben Feld durch drei grüne Diamanten gebildetes V.

3. März

Gleich nach dem Frühstück legen wir von der Boje ab und machen die Mary Ann längseits am Marinesteg fest. Befüllen unsere Wassertanks und mit den Dieselkanister wird auch der Dieseltank aufgetankt. Danach wollen wir in der Marina vor Anker gehen, unser Bojenboy von gestern zeigt uns wo der Anker fallen soll. Die Scorpio hat ihren Ankerplatz von der Indina Bay in die Bucht vor der Marina verlegt. Treffen uns im Marinelokal auf ein kühles Bier!!!!

Zwischen der Blue Lagoon und dem Felsen Fort Duvernette liegt die Privat-Insel Young Island. Dort befinden sich 29 kleine Luxusherbergen, ein Pool und ein Tennisplatz. Auf der Insel wachsen viele Baumarten wie Palmen, Mango, Kaffee, Mandeln und Muskat. Um auf die Insel zu gelangen muss man mit einer kleinen Fähre überstzten. Derzeit steht die Insel zum Verkauf, für USD 10 000 000,- kann man sie kaufen, Kaufpreis ist noch verhandelbar!!!!

 

4. März

Am Vormittag fahren wir gemeinsam mit der Crew von der Scorpio mit dem Kleinbus in die Hauptstadt nach Kingstown. Fahrpreis pro Person beträgt ES Dolar 2,-, die kleine Milena muss auf Annas Schoß sitzen, dafür fährt sie gratis. Unterwegs steigen immer mehr Fahrgäste zu, als wir in der Hauptstadt ankommen steigen 17 Personen aus dem Bus. Hier herrscht schon reges Treiben, an den Häuserwänden entlang sind verschiedene Stände aufgestellt. Dort bekommt man vom Obst, Gemüse, Hygieneartikel, Geschirr, Kleidung, alles an Lebensmitteln, süße und pikante Backwaren und vieles mehr....

Kingstown wurde 1722 von den Franzosen gegründet und heute leben 12 909 Einwohner in der Stadt. Sie besitzt zwei Kathedralen, die Anglikanische St. George aus dem frühren 19. Jhd. und die Katholische St. Mary aus dem Jahre 1935.

Zum Mittagessen werden wir zur einer Art Kantine gelotst, die Auswahl an Speisen ist groß. Der Hunger ist auch groß, dementsprechend werden die Teller befüllt!!!!  

Mit überfüllten Magen geht es weiter zur großen Markthalle, dort wird Obst und Gemüse gekauft.

Bei der Rückfahrt zur Marine haben wir einen Bus für uns allein, ein fröhlicher Fahrer sitzt hinter dem Steuer und aus den Boxen klingt karibische Musik. Norbert und Fahrer singen gemeinsam zu der Musik mit!!!!

5.März

Heute fahre ich mit Anna und Milena zum Supermarkt, der sich in der Nähe des Flughafen befindet. Wir warten am Strassenrand auf einen Bus, aber alle die an uns vorbeifahren sind schon voll. Da bleibt ein Bus, der in die gegengesetzte Richtung fährt stehen und meint wir sollen einsteigen. Also steigen wir zu und er fährt einige Kilometer zu einer Ortschaft. Dort wird gewendet und schon geht es in unsere Zielrichtung weiter, unterwegs steigen einige Fahrgäste zu und auch wieder aus, am Ende waren es 21 Personen mit dem Fahrer. Ein Klopfzeichen auf das Innendach des Buses signalisiert dem Fahrer, das er anhalten soll. Auch wir geben ein Klopfzeichen kurz vor dem Supermarkt, es müssen 8 Personen mit uns mitaussteigen, damit wir aus den Bus rauskommen. Sicherheitsgurte gibt es nur auf die zwei Beifahrersitze neben dem Fahrer.

Zurück in der Marina , geht Norbert mit Franz und Anna zum Ausklarieren. Nachdem heute Samstag ist muss dies  noch vor 12 Uhr sein, sonst ist Übertime fällig. Wir wollen morgen weiter zum Fischerort Barrouallie.

Haben später im Marinelokal erfahren, dass ein Deutscher Cat in der Walilabou Bay in der Nacht am 4. März überfallen und dabei wurde ein Mann mit einer Machete getödet. Zwei maskierte Männer kammen an Bord, ein Mann der am Aussendeck schlief wurde getötet, der Skipper wurde niedergeschlagen sowie eine Frau. Eine zweite Frau hatte sich in der Kabine eingeschlossen, sie nahmen Bargeld, Kamera und Labtop mit.

6. März

Nach dem Frühstück holen wir uns noch einen Kanister Diesel in der Marina. Um 10 Uhr starten wir die Maschine lichten den Anker und nehmen Kurs auf die Marineausfahrt. Haben bei der Durchfahrt  laut Tiefenanzeiger 00,00 m unterm Kiel. Vielleicht ist die Wasserlinie durch das Befüllen der Wassertanks und des Dieseltank jetzt tiefer. Wir schaffen es ohne Bodenberührung raus in die Bucht!!!!! Auch die Scorpio lichtet ihren Anker und auf beiden Schiffen wird die Genua gesetzt. Unter Vorsegel geht es an der W küste entlang bis zum Badestopp in die Bucht Peti Byahau. In der Bucht liegt außer uns noch ein Cat vor Anker.

Nachdem wir uns sicher sind, dass der Anker hält, geht es mit Schnorchel und  Floßen ins Wasser. Haso bekommt seine Schwimmweste angezogen und schwimmt mit mir rüber zum schwarzen Sandstrand.

Nach Stärkung mit einer Jause fahren wir weiter nach Barrouallie, wir haben dieses Dorf schon mal 2003 mit einem Chartercat besucht. Geankert wird auf 12 m Tiefe, neben uns gleich die Scorpio, ein großes Segelboot von 80 m liegt schon vor Anker.

 

Gemeinsam rudern wir mit die Dingis an Land, dort werden wir von einer Kindersharr empfangen und die helfen uns dabei die Dingi auf den Strand zu ziehen.

Heute ist Sonntag und viele Familien sind am Strand, die Männer spielen Domino und trinken Bier, Frauen plaudern miteinander und Kinder spielen.

 Wir machen einen Spaziergang durch den Ort, es liegt sehr viel Müll am Straßenrand und überall sind viele Hunde.

Begleitet werden wir von einigen Kindern und Milena  mit ihren blonden Haaren steht natürlich im Mittelpunkt. Kommen zu einem Spielplatz, wo auf allen Spielgeräten  gemeinsam mit Milena gespielt wird.

Norbert unterhält sich in der Zwischenzeit mit den größeren Jungs.

In einer kleinen Imbissbude essen wir noch eine Kleinigkeit, danach rudern wir wieder zurück zu unseren Booten. Einige Buben verfolgen uns mit ihren Surfbrettern und bitten uns , ob wir Kekse für sie haben. Natürlich geben wir ihnen einige Kekse und T-Shirts.

7. März

In der Nacht macht uns eine Boje, wo eine Fischreusse befestigt ist Probleme. Mal ist vorne bei der Ankerkette, später an der Seite des Schiffes und auch ans Heck kommt sie. Wenn sie an der Seite ist schlägt sie mit viel Lärm an die Bordwand. Bei dem Lärm kann man nicht schlafen, Norbert versucht mit dem Bootshacken sie vom Schiff wegzubringen. Aber dies gelingt nur für kurze Zeit, wir müssen achten, dass sich die Bojenleine nicht um unsere Ankerkette wickelt. Im Morgengrauen entscheiden wir uns den Anker zu lichten, aber immer ein Auge auf die Bojenleine. Zum Glück kommt etwas Wind, die Boje dreht ab und wir bringen den Anker problemlos aufs Deck. Auch die Scorpio startet die Maschine, lichtet ihren Anker und unter Maschine fahren wir zuerst in die Wallilabou Bay.

Die Wallilabou Bay war Filmkulissen für den 1. Teil des Piratenfilms Fluch der Karibik mit Johnny Depp.

Machen nur eine Besichtigungsfahrt durch die Bucht und hoffen unsere Freunde Smiley und Speedy zu treffen. Smiley kennen wir schon von unseren ersten Segeltötn 1994. Bei spätere Törns 2003, 2010 und 2013 gibt es immer ein Wiedersehen mit Smiley. Speedy kennen wir seit 2010 und hat uns zum Wassefall geführt. Leider treffen wir keinen von Beiden an, lassen bei einen  Einheimischen, Grüße von uns ausrichten und geben eine Visitenkarte für sie ab.

Wir haben bei unseren vorherigen Ankeraufenthalte in der Wallilabou Bay eigentlich recht sicher gefühlt. Obwohl beim letzten Besuch 2013 kam es zu einem Streit zwischen zwei Leinenboys. Wir hatten einen schon bestimmt, der unsere Landleine befestigen soll. Ein Zweiter kam zu unseren Boot und fing einen Streit mit unseren Leinenboy an. Plötzlich nahm dieser das Holzpadel und schlug mit voller Wucht unseren Leinenboy auf den Kopf. Dieser war für einige Sekunden bewustlos, bevor er nochmal zuschlagen konnte, haben wir die Leinen von unseren Boot gelöst. Jetzt trieben die Boote auseinander und somit auch die Kontrahenten. Wir traffen später Speedy, der unsere Landleine  befestigte. Den Misshandelten Leinenboy schenken wir später ein T-Shirt  und ein Kapperl. Dies war das einzige Negative Erlebnis, wir hatten immer großen Spaß mit den Einheimischen hier!!!! 

Mit Segel und Motor nehmen wir Kurs auf St. Lucia, es liegen 29 Sm vor uns.  Zuerst geht es an der W Seite weiter nach N von St. Vincent, bei der Überfahrt nach St. Lucia gibt es keine Probleme.

Das Wahrzeichen von St. Lucia, die Pitons.