Menorca

13. Juni

Um 11 Uhr starten wir zur Überfahrt auf die Insel Menorca. Vorher noch in die Olympia Marina zum Tanken und eine Gasflasche kaufen. Das Befüllen von Gasflaschen gibt es in Spanien nicht. Das Meer ist nach der Hafenausfahrt sehr rau und der Wind ist auch nicht ideal für uns. Fahren die ganze Übefahrt mit Motor, alle 3 Stunden Wachwechseln. In der Nacht Wetterleuchten in Richtung Barcelona, aber bei uns bleibt es ruhig. Nach 121 Sm (20 Std.) erreichen wir die Insel Menorca, fahren noch 7 Sm weiter in die N gelegene Bucht De Algayarnes. Möchten einige Tage hier bleiben.

Menorca ist die östlichste Insel der Balearen hat eine Fläche von 701,8 qkm. und eine Länge von 53 km. Hat 1993 von der UNESCO als ein reiches Ökologisches und Kulturelles Erbe eine Auszeichnung verliehen bekommen. Auf der Insel leben 95 000 Einwohner, die Jahresdurchschnitt- Temperatur beträgt 18,11°. Die höchste Erhebung mit 358 m ist der Berg El Toro und die Küstenlänge beträgt 216 km.

Der Legende nach soll hier die Mayonnaise erfunden worden sein. Ein hungriger Herzog bekam von einem Bauern eine aus Eigelb, Salz und Öl zubereitete Creme aufs Brot gestrichen. Dieser war von der Speise begeistert und nahm das Rezept mit nach Frankreich, wo sie als Mayonnaise berühmt wurde.

Bekannt ist der Menorca Käse hergestellt aus Kuhmilch, sowie Wurstsorten aus Schweinfleisch mit Speck (Can i Xua) und die schwarze Blutwurst (Cuixot). Eine weitere Spezialität ist der Menorcanische Gin der mit Wachholderbeeren verfeinert wird, mit Limonade gemixt heißt er Pornada.

Am 2. Tag war es mit der Ruhe und Endspannung in der Cala Agayerens vorbei. Vor dem Frühstück  schon Blitz und Donner gefolgt von starken Regen und Wind. Dieses Wetter hält den ganzen Tag an. Eine SY nach der Anderen verlässt die Bucht, nur wir und eine Fr. SY die am späten Nachmittag in die Bucht kam, liegen vor Anker. In der Nacht dreht der Wind immer mehr auf NE und die Wellen schlagen auch verstärkt in die Bucht. Die Fr. SY muss neu ankern, es besteht die Gefahr auf die Felsen aufzuschlagen. Um 7 Uhr lichten wir den Anker und verlassen die Bucht, es wird uns zu gefährlich.

(Kommen eine Woche später nochmal hier her und die Bucht zeigt sich wieder von der schönen Seite).

Nehmen Kurs auf Fornells, die 9 Sm zur Einfahrt fahren wir mit Motor und Segel. Zeitweise erreichen die Wellen eine Höhe von 2 - 3 m. Die Einfahrt von Fornells ist sehr eng und bei diesen Wellengang nicht einfach. Surfen mit unserer Mary Ann in den geschützten Bereich von Fornells, machen sie an einer Boje fest. Auch unser Ankernachbar von Agayerens trifft eine halbe Std. später nach uns in Fornells ein.

In Fornells gibt es die Lobsterfischer von der Insel Menorca. 

Unser nächtes Ziel ist der Hafen von Mahon die auch Hauptstadt der Insel mit 28 460 Einwohner ist. Gegründet wurde die Stadt von den Karthagern. Der Baustil der Häuser wurde von den Engländern stark beeinflußt. Sehenswert ist die Kathedrale- Iglesia de Santa Maria erbaut 1748 bis 1772. Im Gebäude steht eine große Orgel. Sie hat 4 Tastaturen mit 3006 Pfeifen und ist errichtet worden zwischen 1807 und 1810. 

Der Hafen von Mahon ist der größte Naturhafen im Mittelmeer und der zweitgrößte der Welt nach Sydney. Er ist von allen Windrichtungen geschützt, hat eine Länge von 5,5 km und eine Breite von 1,2 km. Im Hafen befinden sich 4 Inseln mit den Namen Illa Pinto- s Àrsenal, Illa del Rei - die Königsinsel, Illa Plana - Quarantäneinsel wo im 13 jhdt. alle Neuankommende einige Zeit untergebracht waren. Die Illa des Latzaret war seinerzeit die größte Krankenanstalt des Mittelmeers. 

Mahon hat 2 Festungen die Sant Felipe und die am meist besuchteste Festung La Mola auch unter den Namen Isabel II. bekannt. Ich besuchte sie als wir in der Bucht Teulera vor Anker liegen. Sie liegt auf einer Halbinsel und wurde im Jahre 1850 - 1875 erbaut, um den Hafen vor Angreifern zu schützen. Während der spanischen Diktatur (1939-1975) wurde es als Gefangenlager für Widerstandskämpfer und Kritiker von General Franco missbraucht. Tausende Gefangene wurden hier gefoltert und ermordet.

Am spektakulärsten ist die Galerie mit 42 Schießscharten.

Auch die große Kanone - Vickers Batterie mit einem Rohr von 381 mm besichtige ich.

Sie wurde 1926 unter sehr schwierigen Umständen hier auf die Anhöhe gebracht. Sie wird unterirdisch über einen Munitionskrahn mit 800 kg schweren Granaten bestückt. Der Verschluß der Kanone hat ein Gewicht von 2 t.

Am höchsten Punkt der Festung hat man einen schönen Ausblick.

Für die ganze Besichtigung brauche ich fast 2 1/2 Std.

Eine weitere Bucht ist Cala en Porter, einer der ersten Orte auf Menorca der vom Tourismus erschloßen wurde. In der Bucht ist ein schöner Sandstrand mit wenig Wellengang. Bebaut ist nur die Ostseite der Bucht, die Westseite ist Naturschutzgebiet.

Als wir in die Bucht kommen liegt eine englische SY vor Anker. Die Bucht ist sehr eng aber wir finden auf der E - Seite einen Platz zum Ankern. In der Nacht kommt Wind auf und am Morgen schlagen Wellen in die Bucht. Bei der englischen SY löst sich der Anker danach muss Norbert durch lautes Zurufen den Skipper wecken. Sein Boot kommt unseren Schiff so nahe, sodas unser Dingi als Prellfänder herhalten muß. Als er seinen Anker lichtet sehen wir, dass er nicht mehr als 15 m Kette gestreckt hatt. Auch wir verlassen kurz darauf die Bucht und nehmen Kurs auf Cala Galdana.

Eine Bucht mit 2 Einbuchtungen, bei einer davon fließt ein Fluß ins Meer. Darüber führt eine Brücke auf eine Felseninsel, wo sich eine Höhle befindet. Ist ein sehr belebter Ferienort mit 2 großen Hotels und Apartments. Viele Freizeitangebote zum Mieten wie etwa Trettboote mit Wasserrutsche, Wasserfahrrad, Kanus und kleine Motorboote mit denen man in die benachbarten Buchten fahren kann. Auch Wanderungen durch den schattigen Pinienwald zu den Buchten.

Wir besuchen diese Bucht zum zweiten Mal. Beim ersten Mal war es für uns ein schönes Anker Erlebnis, welches beim nächsten Ankern in der Cala Galdana nicht mehr so war. Um 21 Uhr wird es unruhig. Die SY und Motorboote schauckeln hin und her. In der Nacht ist das Schauckeln noch stärker und wir müssen alle Dinge im Salon gut verstauen. Unser Hund fällt immer wieder von der Bank im Oberdeck. Eine kleine SY die schon zweimal neu geankert hat, kommt unseren Boot zu nahe. Sie müssen erneut ankern, nicht einfach bei diesen Wellengang. Schlafen unmöglich: 1. den Anker und die Nebenschiffe in Auge behalten; 2. diese extreme Schaucklerei sowie das Klatschen der Wellen ans Heck. Erst gegen 4 Uhr beruhigt sich das Meer und wir können endlich schlafen!!!

Cala en Turqueta

Für uns die schönste Bucht auf Menorca, wo wir 3 Tage vor Ankern liegen. In der Bucht befinden sich Höhlen, die die Alliierten Soldaten als Schlafstätte nutzten. Norbert lernt beim Landgang mit Haso einen jungen Mann, Namens Salvadore kennen. Dieser besitzt eine Höhle und lebt hier einige Wochen im Jahr, wenn er Urlaub hat. Sein Großvater hat die Höhle als Einstellplatz für Fischerboote, Netze und Reusen genutzt. Später ging sie in den Besitz seines Vaters und schließlich auf Salvadore über. Hier führen auch schöne Spazierwege um die Bucht.

Cala Teulera

Die Bucht liegt östlich bei der Hafeneinfahrt, zwischen der Halbinsel La Mola und der Insel Latzaret. Gehört zu den Wind-sicheren Buchten der Insel Menorca. Aber auch hier müssen wir eine Nacht Anker und Nachbaryachten in Auge behalten. Starker N - NE Wind weht, aber es bilden sich keine großen Wellen.

Am Wochenende machen viele Einheimische Camping am Wasser!!!!

San Grau

Diese Bucht werden wir sicher lange in Erinnerung behalten. Nicht wegen des schönen glasklaren Wasser, sondern hier laufen wir mit unser Mary Ann auf eine Sandbank auf. Gleich als wir feststecken kommt uns eine kleine SY zu Hilfe. Bleibt auch stecken, kommt aber aus eigener Kraft wieder frei. Mit einer Leine am Bug befestigt und am Heck der kleinen SY versucht sie uns von der Sandbank zu ziehen. Sein Motor ist zu schwach, kommen keinen cm nach vorne. Norbert legt einen zweiten Anker vor den Bug aus damit wir durch die Wellen von den vorbeifahrenden Booten nicht noch mehr auf die Sandbank geschoben werden. Gleichzeitig schaut er in welcher Richtung das Boot gezogen werden muss, wo es wieder tiefer wird. Es kommen noch einige Boote uns zu Hilfe, aber die Motorleistungen waren zu schwach. Ein Putzerboot ist auch dabei, bei ihm binden wir die Spi. - Fallleine an damit das Boot eine Schräglage bekommt. Ein 400 PS starkes Schlauchboot am Bug, ein Schlauchboot im Heck, sowie Norbert mit voller Leistung unseres Motors gelingt es nach fast 3 1/2 Std. unser Segelboot von der Sandbank zu befreien. Die Badegäste am Strand und die Crews auf den SY jubelten uns zu als unsere Mary Ann wieder frei im Wasser fährt. Mit einigen Flaschen Weine bedanken wir uns für die Befreiung. Das Putzerboot (Hafen- und Buchtwasserreinigung) treffen wir einige Tage später im Hafen von Mahon, er hat uns 2 Std. mit der Spi. - Fallleine geholfen. Norbert pfeift ihn zu unseren Boot her und wir geben ihm als Dank eine Flasche Whisky. 

Nach diesen Erlebnis wollen wir nur zurück in die Cala Teulera um nachzuschauen ob am Unterschiff alles in Ordnung ist!

Am 15. Juli kommt unsere Tochter Michaela mit Familie zu uns auf das Boot, verbringen 14 Tage mit uns. Bleiben noch 3 Tage auf Ménorca, danach geht es auf die große Schwesterinsel Mallorca, weiter nach Ibiza und die Überfahrt aufs Festland Spanien nach Valencia. Wo wir wieder alleine nach Gibraltar weiter fahren.

 

Waren 1 Monat auf Menorca . Unser Fazit aus dieser Zeit - Glasklares Wasser, schöne Buchten und bizarre Küstenabschnitte. Für SY sind die meisten Buchten zu eng und schmal. Die restlichen sind in der Hauptsaison sehr voll. Auch den Wind immer im Auge behalten. Bei N. - NE. sofort in den Süden der Insel am besten in die Mitte der Insel. Der Wind weht stark über das W. - Cap und E. - Cap wegen der Flachheit. Bei S. - und SW. - Wind ist es umgekehrt, ab in den Norden oder in die Cala Binidiquea ganz innen ist bei diesen Wind sicher. Ganz sichere Ankerplätze sind Teulera und der Hafen Mahon im SE. und Fornells im N. (auch Bojen). Der Hafen von Mahon zählt zu den sichersten der Insel. Die Marina Menorca hat im Hafen auch Schwimmstege mit Strom und Wasser aber keine Duschen. Der Vorteil in Mahon - Man kann Plätze reservieren, was in Ciatadella nicht möglich ist. Bei starken W. - Wind kann man diesen Hafen nicht anlaufen.